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Meine Musik auf Jamendo
Kühe am Synthesizer
Die Basis einer Reihe meiner Ambient Stücke ist eine Audioaufnahme, die ich auf einer recht einsamen Alm im Estergebirge gemacht habe (Bild).
Nach einigen Versuchen gelang mir ein 20-minütiger Take auf Minidisk, völlig ohne primäre menschliche Störungen durch Wanderer, Mountainbiker, Flugzeuge o.ä. Dadurch konnte ich die Aufnahme voll auf die Umgebungsgeräusche aussteuern, also Tierstimmen, Kuhglocken, Wasserlauf aus einem kleinen Bach, usw. Zum Einsatz kamen dabei sog. In-Ear-Mikrophone, d.h. spezielle Kondensatormikros, die man sich direkt in die Ohren steckt. Dadurch erreicht man eine sehr plastische "Originalkopf"-Aufnahme, analog zur bekannten "Kunstkopf"-Methode (nähere Infos dazu hier).
Aus dem Rohmaterial entstand zunächst das Stück "Sound is I", in dem ich eine 1:1 Umsetzung des 20-minütigen Audiostreams verfolgt habe. In dem hier geposteten Track "Witness for a day" sind mit Teilen der Audioaufnahme die Ambient-Pads gesteuert, ausserdem ist ein durchgängiger Original Sample deutlich hörbar eingeflochten. Basis des Stückes ist aber ein Loop, den ich aus der Aufnahme eines OM Chants buddhistischer Mönche montiert habe. Darauf bauen nach und nach perkussive Elemente und Bass auf. Der Track hat im Original etwas über 8 Minuten. Ich poste hier eine 4-minütige Kurzversion mit entsprechend reduziertem Spannungsbogen.
Witness for a day (4 min. Version)
Raw42 Review: Cool wooden percussive elements dominate this sublime track. Nice wind type fx and searing pads make up a great atmospheric tune. Great background music.
Meditationsmusik
Hier ist ein ein kurzes Stück aus meinem Meditationszyklus. Der Track "Lavat mee" bildet die Abschlussphase einer (objektbezogenen) Meditation, in der der Meditierende von der inneren wieder zur äusseren Aufmerksamkeit zurückkehrt.
Lavat mee
Raw42 Review: Dark brooding ambient track with subtle clicking fx noises backing up a lush pad driven emotion filled short piece.
"Lavat mee" hat meines Wissens keine Bedeutung in irgendeiner bekannten Sprache. Ich habe es vor ein paar Jahren spontan sehr früh am Morgen beim Antritt einer lästigen Dienstreise als Mantra vor mir hergesagt.
Bienen im Weltall

Vor einiger Zeit habe ich Audioaufnahmen im Inneren eines Bienenstockes gemacht und zwar indem ich ein hochwertiges Stereomikrofon mitten in den Stock eingebracht und dann über Minidisk das Signal digital mitgeschnitten habe.
Aus diesen Aufnahmen, die sich im Original etwa so wie der Soundtrack eines gigantischen Formel 1 Rennens anhören, habe ich im Lauf der Zeit mehrere Ambient Stücke produziert. Für die Umsetzung der Protokolle war eine enorme proportionale Verdünnung der Signaldichte interessant. Danach habe ich nach Frequenzen auf sehr viele verschiedene Kanäle gesplittet. Im Endeffekt kann man das sehen wie eine Projektion des Bienen-Mikrokosmos in die Weite des Weltalls. Diesen Eindruck habe ich durch Selektion, Instrumentierung und Arrangement herausgearbeitet. Tatsächlich ist aber jeder einzelne Ton, der im Stück zu hören ist, durch eine oder mehrere Bienen ausgelöst. Der Track enthält einen hohen Anteil von unhörbaren aber fühlbaren Untertonfrequenzen. Was als windartiges Geräusch zu hören ist, sind eingearbeitete Original Samples der Bienenstockaufnahme.
M44 Beehive Cluster
Raw42 Review: Quiet, peaceful combination of subtle, ghostly synth effects and wind-chimes with an eerie undercurrent of expectation.
Das Stück heisst "M44 Beehive Cluster", M44 ist treffenderweise der Name eines bekannten offenen Sternclusters, der teilweise mit blossem Auge erkennbar ist. Bei der Beobachtung mit Fernrohr werden hunderte von Sternen sichtbar (-> NASA, The Laboratory for High Energy Astrophysics). Dank an Scheuerecker apicultura für den Gesang seiner "Mädels"!
Produktionsschema
Hier ein Versuch mein methodisches Vorgehen bei der Produktion dieser Musik in einem verallgemeinerten Schema darzustellen. Der erste Entwurf.
Einleitung zu Ambient concrète
Ursprünglich fand ich ich es einfach mal an der Zeit, die News auf meiner Webseite durch einen Feed zu füllen oder auf ein Weblog auszulagern. Jetzt begeistert mich die Erkenntnis, dass ein Blog ansich eine potentielle Erweiterung meines musikalischen Instrumentariums ist indem er ein weiteres abstraktes Umgebungsprotokoll darstellt. Dazu irgendwann mehr.
Mein Basiskonzept in einem Satz:
Das methodische Vorgehen hinter den Ambient concrète Produktionen ist eine technische Transformation von natürlichen und industriellen Umgebungen in musikalische Daten, gefolgt von einer Neuzuordnung von Klang-, Zeit- und Umgebungsvariablen in einem kreativen Prozess.Den jeweiligen Entstehungsprozess werde ich in den einzelnen Posts noch detaillierter kommentieren.
Meiner Meinung nach sind Methoden, Ergebnisse und musikalischer Ausdruck eine logische Entwicklung der "Musique concrète", die in erster Linie Pierre Schaeffer (1910-1995) in den vierziger Jahren geprägt hat.
Zur Einleitung möchte ich ein schon älteres Stück namens "The Bologna added value" vorstellen. Produziert unmittelbar in der Folge einer mehrtägigen Besprechung zu einem europäischen Konsortialprojekt in Bologna wurde die Aufnahme nachher bei den Abschlussfeierlichkeiten der EU-Kommission als "offizielle Projektmusik" vorgespielt. Dies habe ich nur zugelassen weil ich an der Feier selbst nicht teilnehmen konnte. Es war nicht davon auszugehen dass in einem Zuhörerkreis dieser Art allzugrosse Offenheit für die doch unkonventionelle musikalische Ausdrucksform bestehen könnte. Das Stück ist eine sehr direkte musikalische Umsetzung des Koordinationsprozesses der Besprechungen damals in Bologna. Im Unterschied zu meinen momentanen Methoden sind die Umgebungsprotokolle aber noch nicht 1:1 technisch aus Parameteraufzeichnungen erzeugt sondern nachträglich assoziiert.
The Bologna added value
Raw42 Review: A disjointed and quirky intro with piano, bongos and light effects soon explodes into a jazzy foray of start and stop sound. (...)
Ich selbst halte wenig davon Musik zu beschreiben, schon die Einordnung in bestimmte Genres war mir, auch als Bassist in "Jazzrock" Bands, immer ein Graus. Die Ausnahme sind Kategorien die einen Bezug zur Entstehungszeit, dem Instrumentarium, oder der Produktionsmethodik haben. Aber natürlich verstehe ich die Notwendigkeit der Metainformation im Kontext der medialen Orientierung.
1989 - Pilgrim
"Pilgrim" entstand nach einer persönlichen Krise im Jahr 1989 in der Phase der Besserung. Ich war damals nur selten in der Stimmung Musik zu produzieren, entsprechend kurz ist das Album mit drei Stücken. Es war mir aber enorm wichtig, auch in diesem Jahr letztlich noch etwas auf die Beine zu bekommen.
Die Tracks "Wreck" und "In other words" sind eher schwermütiger Natur, hier als Auszug die beschwingt sarkastische Nummer "Enemy", die ich im Urlaub an der kroatischen Adria geschrieben hatte. Im Unterschied zum Vorjahrswerk glänzt hier auch ein Gastmusiker, nämlich Klaus Pfister am Saxophon.
1988 - The Great Conclusion
"The Great Conclusion" ist mein erstes Solo-Album (1988). Erstmalig waren alle Songs, Arrangements, Instrumente und Vocals von mir selbst, also ohne jede Fremdbeteiligung, gespielt, produziert und aufgenommen. Mein musikalischer Befreiungsschlag in Richtung Unabhängigkeit und Kompromisslosigkeit.
Ein zusammenhängendes 45-min. Stück, geschlossenes Konzept, eingebettet in ein reiches Spektrum von Ambients und Geräuschen, sehr atmosphärisch, grosse Sehnsüchte. Geschrieben in Ericeira / Portugal. Obwohl meine Aufnahmetechnik damals noch äusserst einfach war (4-Spur-Tape), liebe ich den unverwechselbaren Charakter dieser Produktion und möchte auch heute, trotz wesentlich erweiterter technischer Möglichkeiten, nichts daran ändern.
Hier zwei Auszüge, für Kopfhörer gemischt:
Der Track "His late advice" ist aus dem letzten Teil der ersten Hälfte des Stückes herausgeschnitten. Er bettet längere Fretless Bass- und Guitar Solo Parts in zwei Vocal Chori ein.
Der Track "Senses for no reasons" schliesst das Stück ab. Es ist eine meiner absoluten Lieblings-Eigenkompositionen. Das Stück ist rhythmisch ungewöhnlich, vor allem durch die Projektion der Melodielinie auf die Harmoniewechsel.
Pläne









In den letzten Wochen wurde mir klar, dass mich die Ambient concrète Experimente aus der kreativen Sicht musikalisch gerade nicht voll ausfüllen. Hier liegt die Kreativität in der Konzeption und beim Arrangement aber nicht bei der "Urkomposition" im eigentlichen Sinn. Einfacher ausgedrückt, in mir keimt das Bedürfnis nach ursprünglicher musikalischer Kreativität ohne transformierte Vorlagenbasis.
Seit ich überwiegend allein im Studio Musik mache, habe ich quasi jedes Jahr ein sogenanntes "Opus" produziert. Begonnen meist mit Schreiben im Urlaub. Thematische Konzepte waren mir dabei wichtig und sind es noch. Entstanden sind dabei einige Konzeptalben. In der Regel habe ich alle Instrumente im Studio selbst gespielt und gesungen.
Die Produktion eines Opus, vom Schreiben bis zur fertigen CD mit Booklet, war stets eine sehr kreative und dabei sehr befriedigende Lebensphase, die mich meist ein dreiviertel Jahr lang sehr stark absorbiert hat.
Nach vielen Jahren der Verdrossenheit und völlig anderer Ideen, verspüre ich jetzt wieder Lust auf etwas in der Art, auf "schöne Musik zum Anhören". Ein grobes Konzept, sowie Umsetzungspläne habe ich auch schon, ich bin selbst gespannt ob es wieder gelingen wird, mich selbst so zu begeistern. Und ob es mir gelingt meine Sehnsucht musikalisch umzusetzen.
Ich werde demnächst diverse Auszüge aus dem ein oder anderen Opus der Jahre ab 1988 hier posten bzw. verlinken. Die Veröffenlichungsdaten der Posts werde ich manipulieren um eine chronologische Reihenfolge der Stücke entstehen zu lassen.
